Dienstag, 10. Januar 2017

Der Winter und ich





Heute morgen bei Ghislana gesehen,
möchte ich mich Astrids Aktion nun auch anschlieszen.
Mit meinen Fakten zum Winter.

Und weil Winter ein Naturereignis ist,
 linke ich mich damit auch bei Juttas Natur-Donnerstag mit ein




1. Am Winter mag ich die kalten Farben: Weisz, Grau in seinen Schattierungen... fahle Gräser im Schnee... braune nackte Erde dazwischen... und den klarblauen Himmel manchmal.
Filigrane Äste der Bäume, am liebsten unverschneit... 
das Glitzern von Frost in der Sonne...
 die Stille überm Schnee und den Schlaf der Natur.
Und natürlich die diffusen Sonnenuntergänge -




2. Ich denke oft, so eine Stille und Ruheperiode im Winter täte mir auch gut,
 aber gerade dann friszt die Organisation des Alltags meist alle Zeit und Energie -










3. Als kleines Kind war ich stundenlang drauszen, rutschte den Abhang hinunter auf dem Bauch. Angezogen mit einem baumwollenen(!) Trainingsanzug, der dann immer voller Eisklümpchen war... Natürlich hatte ich irgendwelches Wollzeug darunter... aber im Zeitalter von Polarfleece, Squalljacken und Hochfunktions-Sportbekleidung mit Klimamembran ist es undenkbar, wie früher die Kinder zum Spielen rausgeschickt wurden -




4. All diese Funktions-Sportbekleidung mit Kältestopp etc. kenne ich auch heute nur aus der Werbung und ich trage meist einen ganz normalen Anorak, meinen Kordmantel oder eine mit Inlettstoff gefütterte selbstgestrickte Jacke - das teure Zeug würde ich nicht kaufen und darin käme ich mir auch nur komisch vor.
An extrem kalten Tagen ist mir mein alter Schaffell-Mantel das Liebste..






5. Als Kind bekam ich lange vor der Schulzeit winzige Skier und ich fuhr virtuos. 
Und ohne Stöcke, denn die hatte ich bald verloren.
Heute würde mich kein Skiausflug mehr locken!
Ich träumte immer vom Schlittschuhlaufen, aber dazu war wenig Gelegenheit. 
Wenn das Eis auf dem Waldsee tragfähig genug war, lag meist viel zuviel Schnee darauf. 
Und so bin ich denn keine Eisläuferin geworden...
Aber manchmal hätte ich heute noch Lust.
Nur immer noch keine Eisbahn in erreichbarer Nähe.




6. Auto fahren mag im Winter gefährlich und nervig sein, aber mit Fahrrad geht es auch nicht besser: vier Räder sind allemal sicherer als zwei!
Schneidender Wind, steife Finger und Eisregen ins Gesicht 
ist nicht mein Begriff von Gemütlichkeit.
Aber anders sind Wege für mich kaum zu bewältigen.



7. Früher bin ich bei jedem Schnee und Eis Fahrrad gefahren, aber in den letzten Jahren hab ich vor Stürzen und Knochenbrüchen Angst. Ich werd ja nicht jünger und das könnte Krankenhaus bedeuten - der allerletzte Ort, wo ich sein will... und Gipsverband macht den Alltag über lange Zeiten kompliziert. Das musz ich nicht haben!
So bin ich denn froh und dankbar über jeden Tag ohne Schnee, denn dieser schränkt den ohnehin kleinen Aktionsradius nur noch mehr ein. 
Dann können Dinge nicht mehr erledigt werden und jeder unbedingt nötige Weg 
bedeutet  Erschöpfung und Schmerz.
 Laufen ist ja für mich sowieso immer ein (Schmerz-)problem und das Fahrrad 
sozusagen meine Gehhilfe.
Der Stadtbus ist keine Alternative, denn wenn Schnee liegt 
und ich ihn mal brauchen würde,
fährt er bei uns die Stationen gar nicht erst an. 
Die Straszen sind zu eng für ihn, wenn da auch noch
 Schneehaufen an den Rändern liegen.
In keiner anderen Jahreszeit wird mir die Autolosigkeit so schmerzhaft bewuszt. 
Ist es im Sommer nur die unerfüllbare Sehnsucht nach einem Ausflug 
oder dem Besuch einer Kulturveranstaltung - 
im Winter gehts ums Elementare, Existenzielle.




8. Das schönste Gefühl ist es jedes mal, nach langer Schneeperiode 
endlich wieder freie, mit Fahrrad befahrbare Straszen zu haben. 
Das ist für mich ein Freiheitsgefühl sondergleichen.
 Wenn Wege wieder möglich sind und normales Leben einkehrt.




9. Als Kind habe ich den Winter geliebt mit 3 Wochen Ferien 
und all der Zeit zum Spielen im Schnee.
Als Postfrau später lernte ich ihn hassen!
Zwar habe ich dabei das Fahrrad fahren gelernt, in schmalen Rinnen schlingernd auf eisigen Straszen (mit einem Lastwagen im Rücken, der hätte nicht bremsen können so schnell) und oft waren die Handschuhe an der Lenkstange festgefroren, wenn ich wieder reinkam von der Tour über Land... (Plastegriffe hatten die alten Posträder nur selten und Mountainbikes kannten wir auch nicht - ).
Dann heim und den Ofen gefreuert, das tat ich eigentlich gern und mochte prasselndes Feuer... aber ich konnte mich stundenlang dagegen lehnen und hatte doch so viel Kälte in mir gespeichert, dasz ich bis zum zu-Bett-gehen nicht mehr warm wurde. Squalljacken gabs damals bei uns noch nicht...

Am liebsten würde ich auch heute noch eine Schere nehmen 
und die Wintermonate aus dem Kalender herausschneiden!
Und ihn mir nur auf Bildern anschauen gelegentlich...






10. Ich bin froh über jeden Tag gemäszigten Winters: ein wenig Rauhreif 
ist ganz schön und blasse Farben. 
Darüber kann ich mich freuen.
Und ich hoffe für diesen, er möge gnädig sein und nicht zu lang.









Kommentare:

  1. Du hast so wunderbar deine sich widersprechenden Gefühle für den Winter beschrieben, danke dafür!

    Du hast Recht: Es gibt Lebensalter und - umstände, da ist er schön, und andere, da ist er grässlich.

    Ist mir eigentlich auch so gegangen. Nur bin ich jetzt im Alter in einer sehr privilegierten Situation ( und lebe in einer westlichen Großstadt, wo es ihn faktisch kaum gibt ), dass ich das genieße, was mir die Kälte bringt.

    Interessant fand ich auch deine Hinweise zur Winterkleidung früher: Die Eisklümpchen auf Wollpullovern kenne ich auch noch. Inzwischen weiß ich die Funktionskleidung sehr zu schätzen, vor allem, wenn ich an Karneval kostümiert unterwegs bin.

    Wie mimosenhaft ich inzwischen bin, habe ich gemerkt, als ich aus der fußbodenbeheizten Wohnung meiner Tochter heimgekehrt bin: Jetzt ist mir der Boden in unserem zentralgeheizten Haus zu kalt. Dabei habe ich meine ersten 25 Jahre nur in Wohnungen mit Ofenheizung verbracht, und das auch nur in einem einzigen Raum...

    Deine Beeinträchtigungen beim Besorgen von Alltagsbedingungen kann ich auch nachvollziehen: Meine Mutter
    war zuletzt, als sie noch im Elternhaus lebte, auch nicht mehr in der Lage, im Winter das Haus zu verlassen und war auf Hilfe aus der entfernteren Verwandtschaft angewiesen. Das hat ihrer Lebensfreude nicht gerade gut getan.

    Mitfühlen kann ich auch deine Beeinträchtigungen beim Laufen: Mir macht meine Arthrose inzwischen auch sehr zu schaffen. Aber der Herr K. braucht nur 5 Minuten bis zum nächsten Supermarkt zu laufen & versorgt mich gut.

    Jetzt hast du mich veranlasst, einmal so viel bei dir zu schreiben.... Aber das liegt an deiner Offenheit.

    Alles Liebe!
    Astrid

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  2. Your winter images are wonderful, one is nicer than the one before.

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  3. Liebe Mascha, ja, so unterschiedlich sind die Perspektiven... Ich kann dich gut verstehen, dass es dir ein richtiger Winter nicht leicht macht... Mir ist nun auch noch eingefallen, wie gefährlich unsere Straße war, als sie noch keine Laternen hatte und es auch keinen Winterdienst da draußen gab. Da wurde es besonders gefährlich im Dunkeln zum Bus laufen zu müssen über eisglatte Schlaglochstraßen... Mehr als einmal bin ich hingefallen, auch während meiner Schwangerschaft mit dem Jüngsten... Gott sei Dank ist nie was Ernsthaftes passiert. Dann wünsche ich dir mal einen sanften Winter, so wie er auf deinen Bildern aussieht, so schön... Lieben Gruß Ghislana

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  4. beautiful winter scenes Mascha. Love the snow covered trees.

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  5. wunderschöne Winterbilder. Ich mag die Baumstämme mit dem Schee so gern.
    Liebe Grüsse
    susa

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  6. Liebe Mascha your photos are so beautiful ; ). I love them all. Kisses

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  7. Guten morgen liebe Mascha,
    das finde ich klasse, dass du auch zum " Natur-Donnerstag " verlinkt hast.
    So viele wunderbare Fotos und die passen natürlich auch prima dazu.
    Interessant, was du da so schreibst über deine Winter-Gefühle , die ich in vielen Punkten nachvollziehen kann !
    Eine schönen und hoffentlich entspannten Wintertag wünsche ich dir.
    ♥liche Grüße

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  8. Liebe Mascha,

    du hast aber hier auch wunderschöne Winterbilder. Klar bekommt der Harz auch dieses Jahr seine Portion Schnee wieder ab. Wäre doch gelacht.

    Liebe Grüße
    Paula

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  9. Liebe Mascha,
    nun bin ich bei dir, ich habe mich so über deinen Besuch bei mir gefreut, danke dir!!!
    Auch hier in deinem Blog für deine Offenheit in deinem Winterpost...
    Ich kann gut mit dir fühlen und dich verstehen.....
    Es ist nicht immer so einfach, besonders dann, wenn man eingeschränkt ist
    und es auch um die Existenz geht und man Hilfe braucht.....
    Ich wünsche dir von Herzen, dass da auch mal jemand ist, der dich im Auto mitnimmt oder
    etwas für dich besorgt, immer, aber besonders in der richtig strengen Wintertagen!!!!!
    Sei beschützt!
    Wunderschön sind sie geworden deine Fotos vom Winter...
    Gerne war ich hier und lasse dir liebe Grüße hier,
    herzlichst Monika*

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  10. Die Schattenseite des Winters hast Du gut beschrieben.
    Bei uns sind die Winter nicht so streng, meistens bekommen wir nur sehr wenig Schnee ab oder Schneematsch und der ist auch nicht erfreulich.
    LG Heidi

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  11. Wie wohl die Welt ausschauen würde, wenn wir da mit schnippeln könnten?
    Auch wenn der Winter beschwerlich ist für dich, sind deine Bilder doch wunderschön.
    L G Pia

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  12. Liebe Mascha, Deine Bildgeschichte über den Winter hat mir sehr gut gefallen.
    Herzliche Grüße, Angelika

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  13. Hallo Mascha, Du hast den Winter beschrieben mit all seinen Facetten, kalt, schön, beschwerlich und die Nachteile und Vorteile beschrieben. All das kann ich nachvollziehen. Die Winter die es bei uns früher gab, gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Der Klimawandel arbeitet von Jahr zu Jahr.
    Im Winter komme ich eher zur Ruhe, aber ich kann mir meien Zeit auch einteilen.
    Ich wünsche Dir eine schöne Winterzeit, der Du noch viel Freude abgewinnen kannst, vor allen Dingen Erholungsphasen.
    Ein lieber Gruß und ein Danke, Klärchen

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  14. Liebe Mascha,
    ich weiss nicht, ob mein erster Kommentar erfasst wurde. Auf jeden Fall hast du ausführliche Gedanken und Kindheitserinnerungen über die kalte Jahreszeit zusammen mit herrlichen Bilder verfasst!Klasse, leider ist diese Jahreszeit für uns keine Zeit mehr um zu entspannen, um zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte für das kommende Jahr zu tanken, da der Alltag uns mit seinem Trott nicht zur Ruuhe kommen lässt,
    dennoch herzliche Grüsse Kalle

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  15. Winter has many faces - your photos describe them beautifully Mascha. Especially I loved the second misty one, then the bench in the snowy park and the old staircases in the forest, wau.
    Have a lovely weekend!

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  16. Liebe Mascha,
    obwohl Du den Winter aus nachvollziehbaren Gründen nicht magst, Deine Fotos sind einfach wunderschön!
    Liebe Grüße
    moni

    http://www.reflexionblog.de

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